Was darf‘s denn sein? Die Astronomie ist ein sehr weites Spielfeld. Quasi unendlich. :-) Die oben stehende Frage kann nun inhaltlich oder technisch interpretiert werden: Also entweder mit Bezug auf die möglichen Betätigungsfelder oder auf die Ausrüstung, die man verwenden möchte. Logischerweise hängt beides auch irgendwie zusammen. Zunächst unterscheidet man mal klar zwischen „visueller Beobachtung“ und „astrofotografischer Beobachtung“. Der Unterschied ist: Bei ersterem schaut man schlicht, beim zweiten dokumentiert man, fertigt Bilder an. Bleiben wir in unserem Sonnensystem ist die visuelle Astronomie fein und sehr detailreich. Verzeiht viele Störungen und liefert trotzdem fast immer viele spannende Details. Die können - oder müssen dann sogar - auch mit verschiedenen Filter etwas optimiert werden. Es können teilweise auch Bewegungen beobachtet werden, wie zum Beispiel Jupitermonde oder der große rote Fleck, die sich im Laufe der Beobachtungsnacht dann deutlich im Bild bewegen. Oder bei Kometen kann die visuelle Betrachtung auch punkten - hier ist der fotografische Aufwand durchaus anspruchsvoll zu nennen und tatsächlich ist die trotzige Bewegung eines Kometen entgegen aller sonstigen Bewegungen dort oben durchaus eindrucksvoll. Aber natürlich ist der große Nachteil des Ganzen erstens dass der Moment eben vergänglich und zwar erst einmal optisch eingefangenm aber letztlich unwiderbringlich verloren ist, zweitens bleiben z.B. feine Nebel unsichtbar oder graue Schemen ohne großes Interesse. Erkenntnisse über die Verhältnisse da oben und das Erschließen von Zusammenhängen gelingen aber ohne Zweifel auch oder vor allem im visuellen Bereich. Für die Astrofotografie muss man dann schon etwas mehr Aufwand betreiben, erhält dafür aber in der Regel auch deutlich mehr Details, „größere“ Ansichten und durch längere Belichtungen und Spezialfilter oder Ähnliches teils verblüffende Ergebnisse, die man dann auch präsentieren und/oder vergleichen kann. Gemessen am Aufwand ist sie innerhalb unseres Sonnensystems (fast) als nachteilig anzusehen. Aber dafür erschließt sich erst hier wirklich das Feld der DeepSky-Fotografie mit seinen bunten und beeindruckenden Objekten, vor allem auch jenseits unseres Sonnensystems. Da hier das bei uns ankommende Licht aber sehr reduziert und teilweise „verändert“ auftrifft, wird es durch nötiges technisches Equipment schnell hochpreisig und auch störungsanfällig für verschiedenste Aspekte. Es kommt aber natürlich wie immer auch drauf an, was man gern auf inzwischen wohl ausschließlich virtuelles Celluloid bannen will. Es muss somit jedem klar sein, dass wie in wohl jedem Hobby auch hier Geld, Zeit und Grips ordentlichen Tribut fordern werden. Egal für welchen Bereich man sich entscheidet, bietet der jeweilige Bereich wiederum für sich dann unzählige Beobachtungsaspekte. Angefangen vom Durchgehen der intragalaktischen also sonnensystemeigenen Objekte, über DeepSkyschwerpunkte, bis hin zu z.B. spektralanalytischen Beobachtungen von Sternen. Je nachdem ist es spätestens hier dann auch erforderlich sich mit den wissenschaftlichen Zahlen und sonstigen Themen vertraut zu machen. Jedes dieser Objekte weist seinen eigenen, kleinen Mikrokosmos auf, der es besonders macht, aber eben dann auch immer ein individuelles Vorgehen erfordert, um das beste Resultat zu erzielen. Technisch gesprochen kann man sich auch unterschiedlich nähern. Entweder will man quasi von Hand selbst alles machen und sich vom Aufsuchen der Objekte bis hin zur Abbildung und Entwicklung dann selbst einringen - oder man nutzt die inzwischen vorhandenen Out-of-the-Box-Lösungen, die einem dann Arbeit abnehmen und auch teilweise Wissenschaft oder experimentieren ersparen. Wissenschaftler der ich bin, behagt mir erst einmal natürlich der Weg alle Erkenntnisse und Lösungen selbst zu erarbeiten. Nur wenige kurze und gute Nächte wie sie in unseren Breiten auftreten, lassen mich aber auch einsehen, dass bestimmte Routineaufgaben sehr gut automatisch und fertig ausgeklügelt genutzt werden können, um die eigentliche Photonensammelzeit zu maximieren. Ich empfehle trotz aller technischen Möglichkeiten immer auch mal die manuelle Variante zu nutzen und sich so die Möglichkeit zu geben zu verstehen, was da wie und warum zum Ziel führt.
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